Eröffnung der Karpfensaison 2021

                            Herzlich Willkommen zur
           Eröffnung der Bayerischen Karpfensaison 2021

Die Teichgenossenschaft (TEGO) hat zu einem Pressegespräch eingeladen, damit die Bürger aktuell, zeitnah, umfassend und zuverlässig informiert werden können. Im Hinblick auf die diesjährige Karpfenernte wurde berichtet, dass die letzten 3 Jahre viel zu trocken waren. Es gab wenig Regen, extrem hohe Temperaturen und große Sorgen für die Teichwirte. Heuer ist die Situation eine andere. Es hat immer wieder geregnet. Die Niederschläge waren räumlich, zeitlich und auch von der Menge her gut verteilt, so dass sich in den Teichen immer wieder Naturnahrung entwickelt hat. Ergänzt durch Zufütterung von Getreide ergab dies eine ausgewogene Fütterung der Karpfen. Die Temperaturen bewegten sich im Durchschnitt von mehreren Jahren. Die ersten Abfischungen haben gezeigt, dass die Karpfen ein weißes, kerniges, kompaktes, mit einem arteigenen Geschmack auszeichnet. Auf einer Tischvorlage konnte man entnehmen, dass der Karpfen im Vergleich zu anderen Produkten, z.B. Rinder- oder Schweinefleisch, fettarm ist und über einen hohen Anteil der ungesättigten Fettsäuren verfügt. Im Ergebnis ist es richtig, der Karpfen ist ein gesunder Genuss. Die Familie Schießl als Gastgeber, insbesondere Frau Schießl verstand es meisterhaft, 4 Karpfengerichte vorzustellen und zu einer Kostprobe einzuladen.
Im Mittelpunkt der Teichwirtschaft stehen die Teiche. Unter der Überschrift „Faszination Teich“ wurde erläutert, warum es so wichtig ist, die Teiche und die Teichlandschaft zu erhalten. Von der zunehmenden Bedeutung von Wasserrückhalt in der Fläche bis zu den weiten Räumen zur Erhaltung seltener Pflanzen und Tiere wurde klar, dass die Erhaltung der Teiche und Teichlandschaft weit über das private Interesse hinausgeht. Die Teichwirte haben im Jahr 360 Tage geöffnet. Die Menschen besuchen immer wieder Teiche um ein Stück Natur zu erleben und die landschaftliche Schönheit zu genießen. An dieser Stelle sprach der Geschäftsführer der TEGO (Hr. Bartmann) dem Landrat Herrn Ebeling Dank und Anerkennung aus, weil er die Teichwirtschaft aus der Nähe kennt, über ein bewundernswertes detailliertes Wissen verfügt und im Rahmen seiner Möglichkeit stets dafür eintritt, dass die Oberpfälzer Teichwirtschaft erhalten bleibt.
Von Seiten der Teichwirte wurde aber auch berichtet, dass es zu erheblichen Problemen führt, die fischfressende Tiere verursachen. Zu dem aktuellen Urteil des Verwaltungsgerichts in Regensburg kann man nur den Kopf schütteln und sich wundern, wohin wir gekommen sind. Geklagt hatte der Naturschutz. Es ging u.a. um die Entnahme von 2 Fischottern im Landkreis Schwandorf.
Die Teichwirte haben vorgeschlagen, man möge doch einmal darüber berichten, was vor Ort in den Teichen mit den Karpfen, die privates Eigentum der Teichwirte sind, passiert. Die Karpfen merken das es Winter wird. Sie wählen die Schlafplätze aus, reinigen sie und entfernen den Schlamm. Sie stellen sich mit dem Kopf nach unten dicht aneinander auf. Mit dem Absenken der Temperaturen beginnt der Winterschlaf. Wenn es soweit ist, kommt in der Nacht der Fischotter und räumt den Haufen Fische, die er vor sich hat, auf. Er ist nicht wählerisch von K1 (1-jährige Karpfen) bis zum Laichfisch, frisst er alles. Für die Fische ist es besonders schwierig, weil sie im Schlaf überrascht und bei niedrigen Temperaturen nicht flüchten können. Sollte ein Teil der Fische dennoch entweichen können, dann entsteht die Schwierigkeit dadurch, dass der Energieverbrauch steigt. Eine Zufuhr neuer Energie nicht erfolgt und somit die Fische abmagern. Im Frühjahr sagt der Teichwirt, die Fische sind hohläugig und die Lebenserwartung gering. Aus der Sicht der Teichwirtschaft geht es hier nicht nur um Eingriffe in sein Eigentum, sondern das ist Tierquälerei hoch drei. Der Vorsitzende der TEGO, Herrn MdL Alexander Flierl sagte, der Staat lässt in dieser Situation die Teichwirte nicht alleine. Sie können Antrag auf Schadensersatz stellen, soweit es gelingt, einen plausiblen Verwendungsnachweis zu erstellen. Von den zuschussfähigen Kosten werden bis zu 60% erstattet. Das Volumen der beantragten Gelder beträgt zwischenzeitlich über 1 Mio. €, mit steigender Tendenz. Unter den Teilnehmern war man sich ziemlich einig, dass dies keine Lösung des Problems ist.
 Herr Flierl berichtete, dass man in München nach Regelungen sucht, die der Kormoranverordnung in der Oberpfalz sehr Nahe kommt. Dies zeigt, die Hoffnung stirbt zum Schluss.