Teichwirtschaft im Mittelpunkt unserer Kulturlandschaft – TEGO Mitgliederversammlung

Der neue Vorstand der Teichgenossenschaft Oberpfalz

In der gut besuchten Genossenschaftsversammlung der Teichgenossenschaft Oberpfalz (TEGO) fanden turnusmäßig Wahlen statt. Neuer Vorsitzender ist der Landtagsabgeordnete Alexander Flierl, der einstimmig gewählt wurde. Als Stellvertreter wurden Herr Franz Kühn aus Tirschenreuth und Stephan Götz aus Ransbach gewählt. Der bisherige Vorsitzende, Carl Graf zu Eltz, appellierte an die Teichwirte, ihre Leistungen für die Kulturlandwirtschaft und gesunde Lebensmittel aktiver darzustellen und ihr Image zu verbessern.

Der Geschäftsführer der Teichgenossenschaft, Herr Bartmann, berichtete über die Tätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Er hat dabei zwei Bereiche besonders betont. Zum einen hat er berichtet, dass es in der Oberpfalz ca. 2700 teichwirtschaftliche Betriebe gibt. Sie bewirtschaften rund 14000 Teich mit einer Gesamtfläche von 10000 Hektar, davon sind rund 7000 Hektar Wasserfläche. Darin werden rund 70 Millionen Kubikmeter Wasser in der Fläche zurückgehalten. Kleinklima, die Grundwasserverhältnisse bis hin zur Hochwasserregulierung werden dadurch positiv beeinflusst.

Die Teiche sind Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere, die erzeugten Fische eine Spezialität der Region. Karpfen werden in einer natürlichen Aufzucht erzeugt, artgerecht gehalten und ernähren sich zum Großteil aus dem natürlichen Vorkommen (Plankton) und Getreide aus heimischer Erzeugung. Sie sind ein gesunder Genuss. Die Erhaltung dieser Teiche und der Teichwirtschaft geht weit über die privaten Interessen hinaus. Trotzdem erhalten Teichwirte keine pauschale Flächenprämie wie in der Landwirtschaft, obwohl sie erhebliche Schäden durch wildlebende Tiere wie z.B. Kormorane, Graureiher, Fischotter und Biber tragen und für deren Abwehr sie zusätzliche Kosten tragen müssen.

Um die Fischproduktion zu steigern, wird von der EU ein Förderprogramm (EMFF) angeboten. Zu den wichtigen Aufgaben der TEGO gehört, die Beratung und Unterstützung der Teichwirte im Rahmen des EU-Förderprogramms von der Antragsstellung bis zur Auszahlung der Zuwendungen. Die TEGO führt eine Vorprüfung der Anträge durch und stellt fest, ob alle Formblätter und Anlagen vollständig und richtig ausgefüllt sind.

Der Haushalt der TEGO wurde einstimmig genehmigt. Die aufgezeigten Zahlen zeigen, dass die TEGO finanziell gesichert ist und ihre satzungsmäßigen Aufgaben erfüllen kann.

Herr Feneis vom Fischgesundheitsdienst (FGD) berichtete aus Brüssel im Hinblick auf die Novellierung des Tiergesundheitsgesetzes und teilte mit, dass künftig voraussichtlich fünf statt bisher drei Klassen gebildet werden.

Dr. Ring von der Fachberatung für Fischerei berichtete über Maßnahmen zur Eindämmung von Fischotter-Schäden. Dazu werden flächendeckend in Bayern Fischotterberater eingestellt und ein Entschädigungsfond für besondere Fälle eingerichtet. In der Oberpfalz sind bereits 2 Fischotterberater tätig. Es wird sich zeigen, ob Schäden in der Teichwirtschaft durch diese, den Biberberatern und Kormoranbeauftragten verringert werden können.   

Der neu gewählte Vorsitzende betonte, dass es gelte, gemeinschaftlich die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen in der Teichwirtschaft anzugehen und dabei die Leistungen für die Allgemeinheit weiterhin stark hervorzuheben. „Zusammen können wir so dem wichtigen Satzungsziel, die Teiche und die Teichlandschaft zu erhalten, nachkommen“, so Flierl abschließend.