Aus der Mitgliederversammlung der TEGO 2019

Vorsitzender MdL Alexander Flierl bei der Mitgliederversammlung 2019

Die Teichwirtschaft auf einem guten Weg

Die Teichwirtschaft hat nicht nur den Konflikt mit den verschiedenen Tierarten, sondern auch mit den zunehmenden Veränderungen als Folge des Klimawandels.

Wir stehen vor großen Herausforderungen sagte der Vorsitzende der Teichgenossenschaft
Oberpfalz, Herr MdL Alexander Flierl bei der gut besuchten Genossenschaftsversammlung im Restaurant Miesberg in Schwarzenfeld. Der Vorsitzende ist in München Mitglied des Umwelt- und Agrarausschusses. Der forderte die Teichwirte auf, zusammen zu stehen und die Leistungen der Teichwirtschaft für die Gemeinschaft in der Öffentlichkeit stärker heraus zu stellen. Die Probleme müssen im Dialog mit der Gesellschaft praktikable Lösungen zugeführt werden. Wer die Kulturlandschaft erhalten will und für eine Artenvielfalt eintritt, muss auch einsehen, dass Arten, die besonders viel Schäden verursachen, einer Regulierung bedürfen.

Der Geschäftsführer der TEGO, Herr Karl Bartmann berichtete, dass im April 2018 die Allgemeinverfügung für Kormorane ohne wesentliche Änderung um 10 Jahre verlängert wurde. Für die Teichwirte ist dies eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Frage, ob Sie in der Teichwirtschaft weiterhin investieren sollen. Die TEGO hat im EU Förderprogramm EFF Anträge mit rund 2 Mio. zuschussfähigen Kosten bearbeitet. Damit wird deutlich, dass die Teichwirte Ihre Teiche in einem guten Zustand erhalten und weiter bewirtschaften wollen. Die TEGO leistet einen wichtigen Beitrag, dass die Zuschüsse für den Teichbau auch ankommen und bemüht sich, den Verwaldungsaufwand nachhaltig zu reduzieren.  Insgesamt so der Geschäftsführer, hat sich das Klima in der Teichwirtschaft verbessert. Dazu haben die Aussagen der Regierung- und Behördenvertreter, dass die Teichwirtschaft als prägender Teil unserer Kulturlandschaft einen wichtigen Beitrag leistet. In den Teichen der Oberpfalz werden rund 17 Mio.  Kubikmeter Wasser in der Fläche zurückgehalten. In der Teichwirtschaft gibt es Platz für viele seltene Pflanzen und Tiere. Die Fische werden natürlich aufgezogen und artgerecht gehalten. Die so erzeugten Karpfen und auch andere Fische sind ein gesundes, schmackhaftes und bekömmliches Nahrungsmittel, das immer mehr Bürger als eine Spezialität aus der Region kennen und schätzen. Die Kehrseite besteht darin, dass bei der Bewirtschaftung Schäden, die wild lebende Tiere verursachen, entstehen. Die große Zahl der verschiedenen Arten und die unterschiedlichen Verhaltensweisen bis hin zur täglichen Futteraufnahme machen es schwer, die entstehenden Schäden zuverlässig und genau zu beziffern. Die TEGO schlägt deshalb vor, dass die Teichwirte einen pauschalen flächenbezogenen Betrag als Vergütung der Leistung für die Allgemeinheit und die entstehenden Schäden bekommen.

Herr Dr. Ring von der Fachberatung Fischerei hat zunächst darauf hingewiesen, dass die umfangreiche Tätigkeit der Teichwirte für das Allgemeinwohl mehr Anerkennung erhalten sollte. Die Teichwirte müssen aber auch Ihre Hausaufgaben machen und z.B. den Schlammaustrag beim Abfischen so gering als möglich halten. Durch teichbauliche Maßnahmen und ein fachlich qualifiziertes Entnehmen der Fische mit dem Netz,  ermöglichen dies. Die Teichwirte tragen damit bei, dass wir dem Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie  und die Verbesserung der Wasserqualität ein Stück näher kommen. Anhand einer Reihe von Bildern wurde gezeigt, wie die Projekte im Bereich des Teichbaus nach Fertigstellung aussehen sollten. Die bewirtschafteten Teiche entsprechen der guten fachlichen Praxis,  dienen der Qualitätssteigerung der Fische, der Verbesserung der Wasserqualität und schließlich erleichtern sie den Teichwirten die schwere Arbeit. Den Teichwirten steht die Fachberatung beratend zur Seite.

Hr. Dr. Oberle von der Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft in Höchststadt sprach über die Naturnahrung im Karpfenteich. Er berichtete, dass in der Lebensgemeinschaft Teich wertvolle, eiweißreiche Naturnahrung entsteht. Sie ist mit der Zufütterung von Getreide eine ideale Voraussetzung, um qualitativ hochwertige Fische,  insbesondere Karpfen zu erzeugen. Der Referent gab praktische Hinweise, wie die Naturnahrung im Teich gesteigert werden kann. Als Grundlage der Fütterung ist Naturnahrung sowohl wirtschaftlich als auch im Hinblick der Qualitätserzeugung von besonderer Wichtigkeit.

Herr Feneis, der Präsident der deutschen Fischerei und Aquakultur hat mitgeteilt, dass die Koi-Herpeskrankheit bei Karpfen in Brüssel auf die niedrigste Stufe zurückgeführt wurde. Das hat für die Oberpfälzer Karpfen im Hinblick auf die Meldepflicht und den Umfang der Kontrollen sehr positive Auswirkungen. Die TEGO hat die Einbeziehung Koi-Herpeskrankheit in die Fischseuchenverordnung stets abgelehnt. Durch die neue Maßnahme der EU sind die Differenzen weitgehend behoben.