Teichwirtschaft und unser Wasser

Das für unser aller Leben so notwendige Wasser wird durch eine intakte Teichwirtschaft günstig beeinflusst. Die heutigen Teiche müssen als Wasserrückhaltebecken die Bedeutung der früheren Moore übernehmen (durch Anreicherung des Grundwassers und Versickerung von Teichwasser, Niedrigwasseraufbereitung unserer Flüsse sowie Hochwasserrückhaltung). Beim Anstauen der Teiche werden die reichen Niederschläge des Winters und Frühjahrs aufgefangen (über 100 Mio. Kubikmeter Wasser, das ist das doppelte Wasservolumen des Schliersees).

In den trockenen Herbstmonaten wird dieses Wasser dann beim Abfischen der Teiche in die zu dieser Zeit niedrig wasserführenden Flüsse und Bäche abgeleitet. Im Sommer reichert die teilweise Versickerung des Teichwassers das Grundwasser an und beeinflusst das Kleinklima der Umgebung günstig.

Teichwirte beim Abfischen eines Karpfenteiches (Foto: Bächer)

Bewirtschaftung der Karpfenteiche 

Ca. 90 % der oberpfälzer Teiche sind Karpfenteiche, d.h. hier werden überwiegend Karpfen und als sog. Nebenfische, Schleie, Rotauge, Rotfeder, sowie verschiedene bedrohte Kleinfischarten, wie das Moderlieschen, Gründling, Stichling usw. gehalten. In den meisten Karpfenteichen werden auch Hechte, Waller und Zander als Raubfische mit eingesetzt.

Bedingt durch das relativ kühle Klima der Oberpfalz werden die Karpfenteiche extensiv bewirtschaftet, d.h. der Fischbesatz beträgt im Frühjahr bis zu 80 kg einjährige Karpfen pro Hektar Teichfläche, sog K1, mit 25 - 50 g Stückgewicht. Im Herbst werden dann bis zu 800 kg Satzkarpfen, sog. K2 mit 350 - 500 g Stückgewicht abgefischt.

Bei der Erzeugung von Speisekarpen werden im Frühjahr bis zu 200 kg K2 pro Hektar Teichfläche eingesetzt und bis zu 800 kg im Herbst geerntet.

Nahrungsgrundlage der Karpfen sind die im Teich lebenden Fischnährtiere: Insektenlarven, Kleinkrebse, Schnecken etc., daneben wird noch mit heimischem Getreide zugefüttert. Durch diese umweltverträgliche Erzeugung von Fischen werden auch Lebensräume für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten in den oberpfälzer Teichlandschaften geschaffen.

In den Landkreisen Schwandorf und Tirschenreuth sind ca. 40 % aller kartierten Biotope Teiche oder deren unmittelbare Uferbereiche.