Erholungswert

Teiche bereichern die Erholungslandschaft ungemein.
Gerade große Teiche und Teichgebiete ziehen Urlauber und Naherholungssuchende magisch an, um einen Ausgleich zum Alltagsleben zu erhalten. Teichregionen, wie das Stiftland, Schwandorfer Land oder das StĂ€dte-Dreieck Pressath, Grafenwöhr, Eschenbach (Eschenbacher- und Rußweihergebiet) werben gezielt mit ihren Teichlandschaften. Viele grĂ¶ĂŸere Teiche fungieren neben der Fischerzeugung als Badeweiher. Vor allem Teiche in SiedlungsnĂ€he können eine wichtige Erholungsfunktion ausĂŒben, im Sommer als Badeteich und im Winter als Schlittschuh und Eisstockweiher.

Beispiele hierfĂŒr sind der RothenbĂŒrger Weiher bei Tirschenreuth oder der kleine Rußweiher bei Eschenbach. Auch der Charakter vieler kleiner Teichwirtschaftsbetriebe deutet darauf hin, dass oftmals nicht der monetĂ€re Ertrag im Vordergrund steht, sondern das Leben in und mit der Natur, an dem (z. B. bei Abfischaktionen) neben dem Teichwirt selbst viele Menschen aus seinem Umkreis, nicht selten auch Kindergruppen oder interessierte Urlauber teilhaben können. DarĂŒber hinaus sind Teiche Anschauungsobjekt fĂŒr die Erziehung, Schule und Zugang zur Naturbeobachtung (Frösche, Libellen etc.).    

Nach § 28 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) ist bei der Unterhaltung eines GewĂ€ssers auch daraufzu achten: „Bild und Erholungswert der GewĂ€sserlandschaft sind zu berĂŒcksichtigen”. 

Soziale Funktion von Fischteichen

 

Zusatzeinkommen in der Landwirtschaft

Die Oberpfalz ist von kleinstrukturierter Landwirtschaft geprĂ€gt, die fĂŒr eine vielfĂ€ltige Kulturlandschaft sorgt. Die vielen Kleinbetriebe sind fĂŒr ihr Fortbestehen auf Zusatzeinkommen angewiesen. Ein solches Zusatzeinkommen kann die Teichwirtschaft bringen. Hinzu kommt, dass Landwirtschaft und Teichwirtschaft eine „fruchtbare Symbiose” bilden, da die Arbeitsspitzen nicht zusammenfallen. Die Binnenfischereierhebung 1994 unterstreicht mit 2.250 Teichwirtschaftsbetrieben, von denen sich nur 31 im Haupterwerb befinden. 

 

Versorgung mit gesundem Frischfisch  

„In der Bundesrepublik wurden im Jahr 2001 rund 12.000 t Speisekarpfen erzeugt. Davon entfallen mit ca. 6.100 t die HĂ€lfte auf Bayern. Die Oberpfalz nimmt mit 2.800 t jĂ€hrlich erzeugter Karpfen eine herausragende Position ein. Neben Speisekarpfen produzieren die oberpfĂ€lzer Teichwirte Forellen und Beifische” (StmLF 2003, „Die Landwirtschaft in der Oberpfalz”).

Die Produktion erfolgt in der Oberpfalz ausgesprochen extensiv, sodass in der Regel bei der Karpfenerzeugung keine Medikamente erforderlich werden und ernĂ€hrungsphysiologisch durch langsames Heranwachsen ein besonderes Produkt entsteht, das vom Deutschen Patentamt mit Eintragung der Bezeichnung „OberpfĂ€lzer Karpfen” als geographisch geschĂŒtzte Angabe (g.g.A) gemĂ€ĂŸ Verordnung (EWG) 2081/92 anerkannt worden ist.

Auch der gesundheitliche Aspekt ist nicht zu vernachlÀssigen.

„WĂ€chst der Karpfen .... im gemĂ€ĂŸigten Klima, etwa entlang der europĂ€ischen Mittelgebirge, dann erreicht er erst nach dem dritten Sommer .... sein marktfĂ€higes Gewicht. Der Eiweißanteil ist höher, der Fett-, Bindegewebs- und Wasseranteil niedriger .... Wegen der gĂŒnstigen Zusammensetzung seines Fleisches ist der Karpfen gesundheitsfördernd und eignet sich zur DiĂ€t und kalorienarmen ErnĂ€hrung. Der hohe Anteil an ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren und essentiellen AminosĂ€uren macht den Karpfen zu einem hochwertigen Volkslebensmittel.”