Mittlere FlÀchenbezogene Gesamtbilanz des Stickstoffs in Karpfenteichen im Verlaufe einer Produktionsperiode. (Nach SCHRECKENBACH et al. 2001)

Ein- und Austrag von NĂ€hrstoffen

 

RĂŒckhalt von NĂ€hrstoffen

Neuere Untersuchungen weisen auf eine insgesamt positive Auswirkung von Karpfenteichen auf die WasserqualitĂ€t hin. Solche Untersuchungen fanden auch in der Oberpfalz im Rahmen des Bundesnaturschutzgroßprojektes „Waldnaabaue”, Landkreis Tirschenreuth, statt:

„Die Teiche der Waldnaabaue geben insgesamt weniger NĂ€hrstoffe ab, als ihnen zugefĂŒhrt werden, wie das auch an 58 Teichen (899 ha) Brandenburgs, Sachsens, Bayerns und Ungarns bei unterschiedlicher Bewirtschaftung festgestellt werden konnte”. Bei Phosphor stellte SCHRECKENBACH 2001 fest, „die RĂŒckhaltung ist so groß, dass die Teiche trotz der großen Zufuhr durch die Bewirtschaftung im Mittel keinen Netto-Austrag von Phosphor aufweisen.” BezĂŒglich des Stickstoffs ist die Wirkung deutlicher: „Da die RĂŒckhaltung vom gesamten Eintrag abhĂ€ngt und der anthropogene Anteil beim Stickstoff gering ist, geben die untersuchten Karpfenteiche im Mittel weniger als die HĂ€lfte des zufließenden Stickstoffes an den Vorfluter ab. Sie wirken also deutlich reinigend hinsichtlich des Gehaltes an diesem Stickstoff auf die Umwelt”.

Aus wasserwirtschaftlicher Sicht wird auf die ZurĂŒckhaltung von DĂŒngerstoffen (PflanzennĂ€hrstoffen) in Teichen im Hinblick auf DrĂ€nagewasser aus landwirtschaftlichen FlĂ€chen hingewiesen. Zum Teil wurden in Vergangenheit gezielt solche Teiche in Flurbereinigungsverfahren zur Entlastung der Vorfluter angelegt. „Den gĂŒnstigen Wirkungen der Teiche steht eine zeitweilige, lokal begrenzte Vorfluterbelastung mit mineralisiertem Teichschlamm und organischen Stoffen bei der Abfischung gegenĂŒber. Die bei der Abfischung mit dem Restwasser ausgetragenen NĂ€hrstofffrachten betragen aber bezogen auf die hohe NĂ€hrstoffretention der Teiche im Mittel nur 0,41 % beim Phosphor und 0,41 % beim Stickstoff. Die reinigende Wirkung der Karpfenteiche wird dadurch insgesamt nicht beeintrĂ€chtigt.”