Lebensraum fĂŒr Pflanzen und Tiere

 

Pflanzen

Bei Teichen ist die Bedeutung fĂŒr den Artenschutz abhĂ€ngig von der Bewirtschaftungsart und -intensitĂ€t, von der Uferausformung und der Trophie (KAULE, 1991). Die Vielfalt vorkommender Pflanzenarten ist dabei außerordentlich groß, da verschiedene Standortbedingungen, wie Untergrund, Wassertiefe oder Wasserchemie herrschen können. Bei der Unterwasservegetation können Armleuchteralgen-, Laichkraut-, Wasserlinsen- oder Wasserschlauch-Gesellschaften auftreten. Bekannter sind Schwimmblattvegetationen, da einige Vertreter dieser Pflanzengesellschaft, wie die Teich- und Seerosen, durch auffallende BlĂŒten auf sich aufmerksam machen.

An den Übergangszonen zwischen Wasser und Land bestehen bei entsprechender Ausbildung LebensrĂ€ume fĂŒr Klein- und Großröhrichte.
Bei der Verlandung von Teichen kann es zur Ausbildung von Großseggenriedern, Flach- und Übergangsmooren kommen. Strandlings- und Teichbodengesellschaften sind weitere Pflanzengesellschaften, die eng mit Teichen verbunden sind. Das Landschaftspflegekonzept Bayern,
Band II.7 gibt fĂŒr den Lebensraumtyp „Teiche” (1995) ĂŒber 60 Pflanzenarten der Roten Liste Bayern an, die den genannten Pflanzengesellschaften zuzuordnen sind. 

Tiere  

Ebenso wie fĂŒr die Pflanzen entscheiden fĂŒr die Tierwelt bestimmte Faktoren ĂŒber die LebensraumqualitĂ€t von Teichen. Neben der GrĂ¶ĂŸe, dem GewĂ€sserchemismus und der topographischen Lage spielen die Wassertiefe, das Vorhandensein und die AusprĂ€gung von Verlandungszonen, die WasserfĂŒhrung sowie die Art und IntensitĂ€t der Bewirtschaftung eine wesentliche Rolle. Unter den SĂ€ugetieren treten nicht nur Bisam, Mink und Biber, die den Teichwirten zunehmend Sorge bereiten, auf. Beispielsweise nutzen auch verschiedene Fledermausarten die Teiche und Teichgebiete als Nahrungshabitat.

Bei den Vögeln haben durch die Entwertung und Umgestaltung vieler Flussauen und Niedermoorgebiete Teiche und Teichgebiete an Bedeutung fĂŒr die an Feuchtgebiete gebundenen Arten gewonnen. Neben zahlreichen Brutvogelarten, 24 davon stehen auf der Roten Liste Bayern, werden auch NahrungsgĂ€ste, die in der Umgebung brĂŒten, beobachtet. Nicht gerne gesehen, da sie enorme SchĂ€den fĂŒr den Teichwirt anrichten können, sind dabei Kormoran und Graureiher. Von Bedeutung sind Teichgebiete auch als Rast- und Durchzugsbiotop fĂŒr Zugvögel unter den Wat- und Wasservogelarten. Sie sind wĂ€hrend der Zugzeiten im FrĂŒhjahr und im Herbst in grĂ¶ĂŸeren Teichgebieten anzutreffen. Die Bedeutung von Teichen fĂŒr den Artenschutz zeigen auch weitere an GewĂ€sser gebundene Tierarten wie Libellen, Heuschrecken oder Schnecken auf. Der Moorfrosch als Vertreter der Amphibien, in Bayern als vom Aussterben eingestuft (RL 1), hat sein Hauptvorkommen in Karpfenteichgebieten. Zwei der drei Schwerpunktgebiete Bayerns liegen in der Oberpfalz.
 

Flora-Fauna-Habitat-Gebiete

Folgende als nach FFH-Richtlinie zu schĂŒtzende Gebiete, die von Teichen geprĂ€gt sind, wurden aus der Oberpfalz nach BrĂŒssel gemeldet:

Nr.:Bezeichnung
6139-301Waldnaabaue westlich Tirschenreuth
6338-301Lohen im Manteler Forst mit Schießlweiher
6638-301Charlottenhofer Weihergebiet und Hirtlohweiher
6740-301NeubÀuer Weiher
6740-302Waldweihergebiet im Postloher Forst