Mitgliederversammlung 2021


Die diesjährige Genossenschaftsversammlung der TEGO fand coronabedingt nicht wie üblich im Februar, sondern verspätet im Juni 2021 statt. Der Vorsitzender der TEGO, Hr. MdL Alexander Flierl betonte bei seiner Begrüßung, dass aus Sicht des Vorstandes die Versammlung einmal im Jahr trotz aller S​​​​​chwierigkeiten in der bewährten Form stattfinden soll. In der Versammlung werden die Teilnehmer aktuell, umfangreich und zutreffend informiert. Sie bietet Zeit und Raum zu einem Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Aber allein die Tatsache, dass man sich trifft und das Gefühl der Gemeinsamkeit verbindet sind Grund genug, die Versammlung abzuhalten. In seiner kurzen Einführungs- und Begrüßungsrede betonte der Vorsitzende, dass das Jahr 2020 sehr ereignisreich war. Sehr positiv bezeichnete er, dass es gelungen ist, die Ausgleichszahlungen für die extensive Teichwirtschaft und Vertragsnaturschutz um 150,00 € auf 350,00 € zu erhöhen. Das größte Problem sind Schäden der wildlebenden Tiere, die in der Teichwirtschaft entstehen. Im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel war es auch möglich, in einzelnen Betrieben, z.B. Schäden, die Fischotter und Biber verursachen, zu einem beachtlichen Teil zu ersetzen. In diesen Bereichen ist noch viel zu tun, damit die Teichwirte wieder zuversichtlich die Zukunft sehen. Die Coronakrise hat auch bei der Vermarktung der Karpfen große Schwierigkeiten bereitet. Die TEGO hat durch gezielte Maßnahmen den Karpfen als frischen, gesunden und schmackhaften Lebensmittel dargestellt und somit zur Verbesserung des Absatzes beigetragen.
Der Geschäftsführer Herr Bartmann hat an 12 Punkten erläutert, warum es immer wichtiger wird, die Teiche und die Teichlandschaft zu erhalten und weiter zu entwickeln.
Zu Punkt „Wasserrückhalt“ führte er aus, dass in den Oberpfälzer Teichen mit einer Fläche von ca. 10.000 ha rund 70.000.000 m3 Wasser zurückgehalten werden und damit nachhaltig die Stabilität und hoffentlich bald die Wasserstände wieder steigen. Die Verbesserung des Kleinklimas mit Verdunstung und Versickerung tragen zur Stabilität des Klimas bei. Große Probleme entstehen der Teichwirtschaft z.B. durch die ungebremste Verbreitung der Fischotter, auch und gerade in Kerngebieten der Teichwirtschaft. In dieser Situation sehen sich die Teichwirte gezwungen, aufzuhören. Finanzielle Hilfen können, soweit Geld zur Verfügung steht, das Problem erleichtern. Eine Lösung ist es nicht. Zum Thema Karpfenmarkt berichtete Hr. Bartmann, dass im Jahr 2020 die Karpfen gut abgewachsen sind. Nach dem Abfischen waren die Karpfen reichlich vorhanden, aber die wichtigsten Abnehmer, die Gaststätten, waren weg. Die TEGO hat , neben Anderen, absatzfördernden Maßnahmen durchgeführt und gezielt Werbemittel entwickelt und angeboten. Mit Erleichterung wurde zum Jahresende berichtet, dass die meisten „Oberpfälzer Karpfen“ gegessen sind. Es war wohl die starke, stabile Nachfrage und der gute Ruf des „Oberpfälzer Karpfen“, dass der Absatz einen so positiven Verlauf machte. Die TEGO hat vor mehr als 20 Jahren beantragt und erreicht, dass „Oberpfälzer Karpfen“ als gga in Brüssel eingetragen ist. Der „Oberpfälzer Karpfen“ ist damit europaweit geschützt und die TEGO hat dadurch die Möglichkeit, den Karpfenabsatz zu unterstützen.

Hr. MinR Reinhard Reiter berichtete, dass das EU-Förderprogramm EMFF in diesem Jahr endet. Er geht davon aus, dass es eine Neuauflage geben wird. In diesem Programm werden Investitionen, die Teichwirte durchführen, finanziell unterstützt. Ziel ist es, den Teichwirt einen Anreiz zu bieten, die notwendigen Investitionen trotz aller Probleme durchzuführen und damit die Teichwirtschaft in einem guten Zustand zu erhalten. Die Aufgabe, die Teiche und die Teichlandschaft zu erhalten geht weit über das private Interesse hinaus und gehört vordringlich gefördert. Über Art und Höhe der Förderung lässt sich zurzeit abschließend noch nichts sagen, nur eines ist schon sicher, Brexit und die Coronakrise haben die Haushaltssituation erheblich verschlechtert. Kürzungen müssen wahrscheinlich hingenommen werden.

Hr. Deß, Vorsitzender Präsident des VBB, hält die Aufgaben und Ziele der TEGO für richtig und notwendig. Der VBB unterstützt wie bisher die Arbeit der Genossenschaft in allen Belangen. Die Ankündigung, dass es eine Neuauflage des Förderprogamms EMFF geben wird, kann nur begrüßt werden. Es ist aber von entscheidender Wichtigkeit, dass die Bayerische Richtlinie hierzu so geändert wird, dass es sich für kleine und mittlere Betriebe wieder lohnt, einen Förderantrag zu stellen. Hr. Deß hat erklärt, dass er schon immer für den Abbau von Bürokratie und überzogenen Verwaltungsvorschriften eingetreten ist. Am Beispiel der Koi Herpes Krankheit bei Karpfen hat er darauf hingewiesen, dass diese Krankheit in Brüssel auf die niedrigste Stufe der zuständigen Richtlinie zurückgeführt wurde. Leider hat sich bisher in Bayern nichts getan und im Bund, außer Bayern, bereitet diese Krankheit wenig Probleme, z.B. in Bayern gibt es über 2000 registrierte Betriebe, in Sachsen ca. 70. Der VBB fordert, dass die sogenannte Eigenkontrolle, die in Wirklichkeit eine Kontrolle ist, die von externen Leuten durchgeführt wird und vom Teichwirt bezahlt werden muss, aus der bayerischen Verordnung mit Zustimmung des Bundes herausgenommen wird, gleiches gilt für die Anzeigepflicht. Abschließend betonte Hr. Deß, dass die gute und enge Zusammenarbeit zwischen TEGO und VBB auch von anderen Verbänden und Einrichtungen in der Oberpfalz von besonderer Wichtigkeit sind und weiter aktiviert werden müssen.

Hr. Dr. Ring von der Fachberatung für Fischerei beim Bezirk Oberpfalz hat es vortrefflich verstanden, anhand von Bildern die Folgen der Klimaänderung darzustellen. Art, Umfang und die zeitliche Folge der Niederschläge ändern sich, die Temperaturen steigen und das Wasser wird weniger. Die Teichwirte können als einzelner an den Klimawandel nichts ändern. Sie haben aber die Möglichkeit, durch geeignete Maßnahmen die Auswirkungen zu reduzieren und durch gezielte Änderungen im Rahmen der Bewirtschaftung Vorsorgemaßnahmen einzuführen. Einzelmaßnahmen wurden bildlich dargestellt und konnten von den Teilnehmern der Veranstaltung weit nachvollzogen werden. Hr. Dr. Ring hält das erwartete Neuinvestitionsförderprogramm für die Haltung der Oberpfälzer Teichwirtschaft für dringend notwendig. Die Fachberatung wird wie bisher bei der Durchführung soweit als möglich zur Seite stehen.

Der Vorsitzende dankte besonders den Referenten für die wichtigen Aussagen und aktuellen Informationen. Sie waren geeignet, trotz aller Probleme positiv in die Zukunft zu blicken. Im Hinblick auf die Teichwirte meinte er, dass die Versammlung als Ganzes wertvolle Informationen geboten hat und in einer guten Atmosphäre in 3 Stunden das Zusammengehörigkeitsgefühl verbessern konnte.