Mitgliederversammlung 2020: Die Teichwirtschaft hat es schwer


von links nach rechts: Johannes Hebauer (Reg.Opf.), Albert Deß (VBB), Bernhard Feneis (VDBA), Dr. Reinhard Reiter (STMELF), Georg Lorenz (BBV), Konrad Bartmann (TEGO), MdL Alexander Flierl (TEGO)

Die diesjährige Mitgliederversammlung der Teichgenossenschaft Oberpfalz (TEGO) fand im Hotel & Landgasthof Burkhard in Wernberg-Köblitz statt. Im vollbesetzten Saal konnte der Vorsitzende Alexander Flierl zahlreiche Gäste aus der ganzen Oberpfalz begrüßen, im besonderen die Referenten Dr. Reinhard Reiter, Referatsleiter im bayerischen Landwirtschaftsministerium und Bernhard Feneis vom Verband der Deutschen Binnenfischerei und Aquakultur. Ebenso waren zahlreiche Behördenvertreter der Regierung der Oberpfalz, des Landwirtschaftsamtes Schwandorf, des Wasserwirtschaftsamtes Weiden und des Bezirks Oberpfalz sowie des Landratsamtes Schwandorf der Einladung gefolgt. Außerdem konnte der Vorsitzende den Vertreter des Bauernverbandes Georg Lorenz, Hans Schießl vom Fischereiverband Oberpfalz und Klaus Bächer vom Fischerzeugerring Oberpfalz willkommen heißen.

Der Vorsitzende Flierl berichtete über die aktuelle Tätigkeit der Genossenschaft, deren zentrale Aufgabe die Erhaltung und Weiterentwicklung der Teiche und der Teichlandschaft in der Oberpfalz sei. Die Teichwirtschaft sei dabei ein wichtiger, prägender und unersetzlicher Teil der Kulturlandschaft. Die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen müssten weiterentwickelt und von der TEGO mitgestaltet werden.

In dem zusammen mit dem Volksbegehren „Artenschutz“ und dem Begleitgesetz beschlossenen Entschließungsantrag des Landtags wären entscheidende Punkte für die Teichwirtschaft mit aufgenommen worden, wie verbesserte Förderungen für Fischteiche und Programme für Wasserrückhalt und zum Erosions- und Bodenschutz. Erste Schritte zur verbesserten Förderung wären bereits getan, so die Erhöhung der Zuschüsse im Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und im Vertragsnaturschutzprogramm (VNP).

Geschäftsführer Konrad Bartmann stellte eine steigende Tendenz bei Schäden in der Teichwirtschaft fest, die von wildlebenden Tieren verursacht werden. Durch erhöhten Druck durch Fressfeinde geraten die Fische unter großen Stress, so dass sie kaum mehr Futter aufnehmen und das Wachstum entsprechend eingeschränkt ist. Lange Gesichter gäbe es dann beim Abfischen, wenn die verletzten und fast zu Tode gequälten Fische aussortiert werden, weil sie nicht verkäuflich sind und die kleinen, zurückgebliebenen Fische die gängige Verkaufsgröße nicht erreicht haben.

Ebenso stünden auch die Überarbeitung der Empfehlungen für den Bau und die Bewirtschaftung von Teichanlagen an, wobei die TEGO fordere, dass bei Verlängerung der Wasserrechtsbescheide oder einer Prüfung vom Altrechten die Existenz und die Wirtschaftlichkeit der Betriebe erhalten werden müsse und auch bei Niedrigwasser die bisherige Regelung behalten werde. Im Hinblick auf den Klimawandel und den Verlauf der Niederschläge der letzten drei Jahre bekomme der Wasserrückhalt bei Starkregen in der Fläche, wie z.B. in der Teichwirtschaft, hohe Priorität. Eine der Hauptaufgaben der TEGO, so der Geschäftsführer, ist die erfolgreiche Mitwirkung bei der Abwicklung des Teichbauprogramms EMFF. Hierbei hätte die Genossenschaft im Rahmen des Programms bereits Förderanträge mit zuschussfähigen Kosten von rund 2,6 Mio. Euro bearbeitet. Damit würde durch die TEGO ein wichtiger Beitrag geleistet, damit die Fördermittel bei den Teichwirten ankommen und der Verwaltungsaufwand für den Einzelnen vereinfacht und geschmälert wird. Am 15. Oktober 2019 wäre eine zweite Stufe der Auswahlkriterien wegen der großen Nachfrage eingeführt worden, wodurch unterstrichen werde, dass viele Teichwirte ihre Teiche in einem guten Zustand weiterbewirtschaften wollen. Der Geschäftsführer und die TEGO als Ganzes erwarten aber eine Fortführung des Programms. Aufgrund der großen Erfahrungen wäre die TEGO gerne bereit, entsprechende Verbesserungsvorschläge einzubringen.

Dr. Reiter vom bayerischen Landwirtschaftsministerium trug ausführlich Aktuelles aus der Fischereiverwaltung vor, stellte die Verbesserungen in den einzelnen Förderprogrammen vor und ging insbesondere auf die Entschädigung bei Fischotterschäden sowie das in der Oberpfalz bald startende Pilotprojekt zur Entnahme von Fischottern ein. Die Empfehlungen für den Bau und die Bewirtschaftung von Fischteichen wären wichtige Entscheidungshilfen und man werde Verbesserungsvorschläge aus der Praxis so weit als möglich einarbeiten und die Teichgenossenschaften hierbei einbeziehen.

Bernhard Feneis berichtete über die Interessenvertretung der Teichwirtschaft in Brüssel. Aufgrund der Neuwahlen wäre nichts einfacher, sondern vielmehr komplizierter geworden. Anhand von Beispielen zeigte er auf, wie wichtig eine Interessenvertretung auf europäischer Ebene ist. Dabei werde der Verband für die Oberpfalz auch künftig zur rechten Zeit an der richtigen Stelle tätig werden.

Zum Abschluss wies der Vorsitzende auf das Programm „Oberpfälzer Karpfen“ hin. Der Oberpfälzer Karpfen sei eine Spezialität aus der Region, ein gesunder Genuss, den man den Verbrauchern weiter näherbringen wolle. Die TEGO verwaltet und unterstützt die Teichwirte bei den Prüfungshandlungen und der rechtlichen Würdigung. Beim Oberpfälzer Karpfen handelt es sich um eine kontrollierte Erzeugung mit geschützter geographischer Herkunftsangabe. Der Bezirk Oberpfalz unterstützt die Prüfungskosten finanziell mit 2.000,00 Euro, wofür die TEGO sich bei Bezirkstagspräsident Franz Löffler und dem für Fischerei zuständigen Bezirksrat, Landrat Thomas Ebeling, sehr herzlich bedankte